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Gefahr auf dem Schulweg: Alle paar Minuten kommt ein Kind zu Schaden

aus Augsburger Allgemeine vom 06. September 2016

Nächste Woche startet in Bayern das neue Schuljahr. Auf dem Schulweg passieren immer wieder Unfälle. Eine Studie zeigt, welche Kinder besonders gefährdet sind.

 
Am Dienstag, 13. September, startet das neue Schuljahr in Bayern, einen Tag früher schon in Baden-Württemberg. Das bedeutet Heerscharen von Schulkindern, die sich frühmorgens auf den Weg zur Schule machen. In den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu schweren Unfällen auf dem Schulweg. Welche Kinder sind besonders gefährdet und worauf sollten Eltern achten?
Das Statistische Bundesamt hat Mitte August die aktuellen Zahlen des Jahres 2015 herausgegeben. Daraus geht hervor, dass aus der Gruppe der Kinder von 6 bis 14 Jahren alle 23 Minuten eines im Straßenverkehr zu Schaden kommt.
 
Insgesamt verunglückten rund 22.500 Kinder in dieser Altersgruppe, davon starben 53. Besonders gefährdet sind Buben. Sie haben ein deutlich höheres Unfallrisiko als Mädchen. Zwei von drei verunglückten Kinder mit dem Fahrrad waren männlich, bei den Fußgängern waren es 57 Prozent. Das Statistische Bundesamt vermutet, das lege an der höheren Verkehrsbeteiligung der Jungen im Straßenverkehr und ihrer größeren Risikobereitschaft.
 
Morgens geschehen die meisten Unfälle mit Kindern
 
Die meisten Unfälle ereigneten sich im Zeitraum zwischen 7 und 8 Uhr morgens sowie gegen Nachmittag ab 13 Uhr - mit Schulbeginn und Schussschluss also. In Bayern verletzten sich 2015 fast 1400 Kinder auf dem Fahrrad und fast 800 zu Fuß.
Trotzdem raten das Deutsche Kinderhilfswerk und der ökologische Verkehrsclub VCD zu Schulbeginn in Bayern allen Kinder, ihren Schulweg zu Fuß, mit dem Roller oder mit dem Fahrrad zurückzulegen. Zugleich appellieren die Verbände an die Eltern, ihre Kinder dabei tatkräftig zu unterstützen. Marion Laube, Mitglied im VCD-Bundesvorstand erklärt: „Selbstsicherheit und Souveränität lernt man nur durch eigenständig zurückgelegte Wege."
 
Deutsches Kinderhilfswerk: "Elterntaxi" muss nicht sein
 
„Ob aus Gewohnheit oder Angst, Kinder mit dem Auto zu chauffieren, dafür gibt es meistens keinen Grund. Ganz im Gegenteil: Eltern, die ihr Kind bis vor das Schultor fahren, gefährden dabei andere Kinder. Hektisch geparkte Autos erzeugen insbesondere für Kinder unübersichtliche Situationen und den Kindern die auf der Rückbank sitzen, wird das Erfolgserlebnis verwehrt, den Schulweg eigenständig bewältigen zu können“, betont Claudia Neumann, Spielraumexpertin des Deutschen Kinderhilfswerkes. In Bayern verunglückten laut Statistischen Bundesamt 1700 Schulkinder im Auto.
Das Deutsche Kinderhilfswerk empfiehlt Eltern, mit jüngeren Kindern vor dem ersten Schultag gemeinsam einen sicheren Weg festzulegen und diesen mehrmals abzulaufen. Dieser Weg muss nicht der Kürzeste sein, sondern sollte schwierige Straßen und Kreuzungen möglichst umgehen.
Dort, wo das "Elterntaxi" durch lange Schulwege oder fehlende Schulbusse nicht gänzlich zu vermeiden ist, regen die Verbände an, Fahrgemeinschaften zu gründen. Diese könnten das Verkehrsaufkommen vor den Schulen erheblich minimieren und so zu mehr Sicherheit beitragen. Empfehlenswert ist außerdem, in einiger Entfernung zur Schule einen gemeinsamen Punkt zum Aussteigen festzulegen oder sogar Elterntaxihaltestellen einzurichten. So können die Kinder auch hier die letzten 300 bis 500 Meter zu Fuß gehen. AZ/ded